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Geduld



Nur noch eine kurze Zeit, dann ist das lange Warten endlich vorbei. Die letzten Wochen waren wieder nicht viel besser als schon die davor, aber die Zeit fliegt trotzdem vorbei.

Ich bin nun aus- und umgezogen. Was kommt jetzt auf uns zu? Es trennen uns nur rund 30 Kilometer, aber auch unsere stressigen Studiengänge. Das letzte Jahr hat man sich an das Zusammenleben gewöhnt, konnte sich darauf freuen nach Hause zu kommen und jemand war da. Nun steht wieder eine Umgewöhnung an - für uns beide.

Andere Dinge beschäftigen mich aber gerade viel mehr - mein Selbstbewusstsein. In der letzten Zeit mangelt es wieder daran, ich fühle mich unwohl zu dem zu stehen was und wer ich bin. Sowohl im realen als auch im virtuellen Leben. Ich komme mir oft arrogant oder besserwisserisch vor.

Arroganz - halte ich mich für etwas besseres?

Besserwisser - neige ich dazu andere zu belehren, verschließe mich aber der Meinung und dem Wissen anderer?

Wenn ich länger darüber nachdenke, kann keines von beidem zutreffen. Ich halte mich für nichts besseres, wie auch? Im Gegensatz zu vielen habe ich nun einen Hochschulabschluss, aber das haben viele andere auch. Ich bin schon gut qualifiziert und beginne ein zweites Studium um mich weiter zu qualifizieren - auch viele andere haben dies getan. Ist dies aber nichts worauf man stolz sein darf? Ist der Grat zwischen Stolz und Arroganz wirklich so dünn, dass ich glaube ihn ständig zu überschreiten?

Ich möchte gerne mein Wissen und meine Erfahrungen mit anderen teilen, sodass sie davon profitieren können, sowie ich auch von ihrem Wissen profitieren kann. Ich verschließe mich nicht der Meinung oder dem Wissen anderer, da bin ich mir sehr sicher. Warum jedoch denke ich stets, dass ich auf andere besserwisserisch wirke?

Vermutlich hängt beides damit zusammen, dass ich in meinem Inneren nicht mehr besonders selbstbewusst bin. Ich bin ständig unsicher, möchte keine Fehler begehen und es jedem Recht machen. Was selbstverständlich nicht möglich ist. Ich versuche mit Kritik besser umzugehen, immerhin daran konnte ich arbeiten. Allerdings bin ich immernoch so perfektionistisch, dass ich an mir selbst keine Fehler und keine Schwäche toleriere.

Mittlerweile versuche ich schonmal generell gelassener auf alles zu reagieren, mir weniger Stress zu machen um meine Gesundheit zu schonen. Merkwürdigerweise bin ich dadurch unpünktlicher und unzuverlässiger geworden. Ist es das wirklich wert? Vermutlich habe ich dahingehend auch einfach den falschen Weg eingeschlagen. Es muss einen anderen Weg zur Gelassenheit geben.

Ich möchte mir nun für die Wochen bis Weihnachten etwas vornehmen. Es wird vermutlich nicht leicht werden, aber das kenne ich ja schon (: Ich möchte gerne wieder pünktlicher und zuverlässiger werden. Ich denke pünktlich zu sein zeugt auch von Respekt gegenüber dem anderen, daher ist es mir wichtig. Gleichzeitig möchte ich trotzdem gelassen und besonnen sein. Außerdem möchte ich ein besserer Zuhörer werden. Ich möchte mich etwas zurückstellen und auch an meiner Partnerschaft arbeiten. Bisher relativ allgemein gefasst, habe ich auch ein paar konkrete Ziele.

Ich möchte mich und meine vielen Erfahrungen in den kommenden Wochen beim Kennenlernen zurückstellen um keinen Unmut zu erzeugen. Ich möchte mich ganz auf die Erfahrung einlassen und mehr Fragen als Antworten haben. Ich würde gerne viele neue Leute kennenlernen und unter ihnen Freunde finden.

Wird mir das möglich sein? Vermutlich brauche ich mehr Geduld... vorallem gegenüber mir selbst.

5.10.11 13:38
 


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